Weniger Salz – Zu hoher Salzkonsum der Deutschen

Weniger Salz, mehr GeschmackZu hoher Salzkonsum der Deutschen

 

Die Deutschen essen zuviel Salz – und gefährden damit ihre Gesundheit. „Neben anderen Faktoren erhöht zuviel Salz das Risiko für Bluthochdruck, der wiederum ein Risikofaktor für die koronare Herzkrankheit und den Schlaganfall ist“, erklärt Marianne Rudischer. Mit diesem Hinweis möchte die Ernährungsmedizinische Beraterin bei der barmer GEK niemandem die Suppe versalzen, sondern Appetit auf Alternativen machen.

 

Für viele ist der Salzstreuer auf dem Kantinentisch oder auch zuhause beim Essen eine Selbstverständlichkeit. Da Salz unter anderem aus technologischen Gründen bei der Herstellung von vielen verarbeiteten Lebensmitteln eingesetzt wird, ist es zum Beispiel in Brot, Wurst und Käse bereits enthalten. Und das sind genau die Lebensmittel, von denen wir laut der Nationalen Verzehrstudie reichlich essen. Allerdings gibt es innerhalb dieser Lebensmittelgruppen große Unterschiede: Frischkäse etwa enthält weniger Salz als Hartkäse. Hinzu kommt der Salzanteil in vielen Fertigprodukten.

Männer mögen es salzig

Vor allem junge Männer zwischen 19 und 24 Jahren nehmen laut der Studie besonders viel Salz zu sich – und zwar durchschnittlich bis zu neun Gramm täglich. Bei Frauen liegt der tägliche Anteil bei circa sechseinhalb Gramm. Dabei ist das individuelle Nachsalzen bei Tisch noch nicht einbezogen. Der Grund für den geschlechtsspezifischen Unterschied liegt vermutlich darin, dass Männer mehr stark gesalzene Fleischprodukte essen als Frauen.

Vielversprechende Tests

Deshalb freut sich die Ernährungsexpertin über die Absicht der EU, den Salzgehalt in verschiedenen Produkten zu senken. Tests haben gezeigt, dass eine Verminderung des Salzgehaltes in Brot nicht wahrgenommen wurde. „Wir begrüßen diese Initiative sehr“, so Rudischer. „Wird der Salzgehalt in verarbeiteten Lebensmitteln auf ein natürliches Maß reduziert, müssen die Menschen ihre Essgewohnheiten nicht ändern und können trotzdem den Salzkonsum verringern.“ Wer also gern Wurst und Käse auf sein Brot legt, müsste darauf auch weiterhin nicht verzichten.

Eine Frage der Gewohnheit

Was viele nicht wissen: Das Salzig-Essen trainieren wir uns erst im Laufe des Lebens selbst an. So mögen Babys beispielsweise gar kein Salz, diese Vorliebe entwickelt sich erst im Alter von zwei bis drei Jahren. Durch den Verzehr vorgefertigter, salzhaltiger Produkte oder gesalzener Knabbereien setzt bereits bei den Jüngsten eine Gewohnheit ein, die sie für ihr weiteres Leben prägt. Aus diesem Grund sollten besonders Eltern ihre Vorbildfunktion ernst nehmen und ihren Kindern ein gutes Beispiel sein. Rudischer: „Kinder imitieren Erwachsene. Wenn Papa beim Frühstücksei immer zum Salzstreuer greift, werden die Kinder das bald genauso machen.“

Schmackhafte Alternativen

Auch bei der Zubereitung von Gerichten lässt sich der Eigengeschmack unserer Lebensmittel gut hervorheben. „Bei Gemüse, nur mit wenig Flüssigkeit ‚al dente‘ gegart, bleibt der natürliche Geschmack erhalten“, so der Tipp der Expertin. Fisch lässt sich hervorragend mit Dill oder Pfeffer würzen. Chili sorgt zwar für einen gewissen Pep, ist aber für Kinder zu scharf. Im Salat sorgen frische Kräuter für intensiven Geschmack und an Back-Kartoffeln machen sich Rosmarin und Sesam gut. „Kartoffeln und Nudeln können auch ohne Salz gekocht werden. Man schmeckt den Unterschied gar nicht. Um den Eigengeschmack zu erhalten, sollten die Kartoffeln dann aber nur knapp mit Wasser bedeckt gekocht werden“, weiß Rudischer. Für Suppen und Eintöpfe empfiehlt sie das als ‚Maggikraut‘ bekannte Küchenkraut Liebstöckel. In der Küche sollten auch nur reine Gewürze verwendet werden: „In Gewürzmischungen ist meistens wieder reichlich Salz enthalten.“

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