Wellness Lexikon – F

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

 

Fango(-Kur)

 

Definition
Anwendung von erwärmtem, mineralhaltigem Schlamm auf der Haut. Der Fango (siehe auch Schlammkur) ist das italienische Wort für heißen, geruchlosen Mineralschlamm aus Vulkanerde, der nach alter Tradition in „Euganeischen Becken“ reift. Der Schlamm steht in direktem Kontakt mit fließendem Thermalwasser, Sonnenlicht und Luft. Es ist bewiesen, dass ein als „Reifung“ bezeichneter Prozess erforderlich ist, damit der Fango zum Arzneimittel wird. Während dieses Prozesses wird der Fango nach und nach mit organischen Substanzen angereichert, die aus ihm den „reifen Fango“ machen und die Optimierung der therapeutischen Wirkung garantieren. Die flüssige Komponente, d.h. das salz-, brom- und jodhaltige Wasser, spielt eine sehr wichtige Rolle bei diesem Reifeprozess. Die feste, kalte Masse wird in speziellen Öfen auf 60 bis 70 Grad erhitzt.

 

Ursprung
Bereits in der Spätantike hat man die Wärmetherapie äußerlich angewendet und den Schlamm von heißen Mineralquellen aufgetragen.

 

Methode
Zur Therapie gießt man den Fango auf eine Plastikfolie circa 2 Zentimeter dick aus und lässt ihn dann auf etwa 50 Grad abkühlen. Der Körper kommt in heiße Fango-Packungen eingepackt ins Schwitzen, was zur Gefäßerweiterung sowie zur Beschleunigung des Blutkreislaufes führt. Des weiteren regen die Algenbestandteile im Fango die Produktion schmerzstillender Substanzen (Endorphine) an. Eingesetzt werden Fango-Packungen dort, wo Wärme einen positiven Einfluss hat, etwa zur Linderung von rheumatischen Beschwerden und Verspannungen. Die Mineralsalze des Thermalwassers bringen den Säurehaushalt der Haut wieder ins Lot und können selbst Linderung bei Schuppenflechte bringen.

 

Beurteilung
Neben den positiven Wirkungen einer Fangokur ist zu beachten, dass Fangopackungen einen starken Wärmereiz darstellen, der bei bestimmten Erkrankungen negative Auswirkungen haben kann. Hierzu zählen insbesondere Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Venenerkrankungen sowie Blutungsneigung.

 

 

 

 

Fengh Shui

 

Definition
Chinesische Lehre vom harmonischen Leben und Wohnen.

 

Ursprung
Wörtlich übersetzt heißt Feng Shui (sprich: Fong-Schü-eh) ”Wind und Wasser”. Der Wind symbolisiert die Kraft und Energie des Himmels, das Wasser die Kraft der Erde. Feng Shui kommt aus China und gründet auf der taoistischen ca. 2000 Jahre alten Weisheit, dass der Mensch nur gesund und glücklich ist, wenn auch sein Lebensumfeld mit der Lebensenergie (fi Qi) des Kosmos im Einklang steht. Der eigentliche Ursprung liegt im taoistischen Ahnenkult Chinas. Auch der Bestattungsort eines Verstorbenen wird so ausgewählt, dass er sich auch nach seinem leiblichen Tod dort wohl fühlt, Das gilt als Voraussetzung für gutes Feng Shui gilt. In Süd- und Südostasien besteht diese Tradition bis heute.

 

Methode
Der freie Fluss des „Qi” kann nur ungehindert fließen, wenn Yin und Yang (TCM) im Fließgleichgewicht sind. Bei Missachtung der kosmischen Gesetze sind Disharmonien und Krankheiten die Folge. Möbel werden so aufgestellt, dass sie gutes Feng Shui erzeugen. Schreibtische zeigen z.B. nach Norden, Betten nach Osten (Kinderbetten nach Westen). Yin-Plätze (dunkle Ecken) werden mit Yang-Gegenständen (z. B. einer hellen Lampe) harmonisiert. Spiegel, Wasserbecken und Aquarien werden so aufgestellt, dass sie „schlechtes” Feng Shui ausgleichen. Mit Hilfe eines Kompasses, dem Lo-p’an, werden die Himmelsrichtungen mit den Fünf Elementen des I-Ging („Buch der Wandlungen”, ein Orakelkompendium, das in symbolhafter Weise Lösungswege für Probleme anbietet), der Sonnen- und Mondbahn sowie den astrologischen Daten der Hausbewohner in Einklang gebracht. Aus den Berechnungen werden die Maßgaben für Neu- und Umbauten, sowie energieausgleichende Hilfsmittel hergeleitet. In Zweifelsfällen kommt das Pendel zum Einsatz. Die Kosten einer Beratung liegen bei 25-100 DM pro qm. Hiesige Ausbildungen zum „Feng Shui Berater” dauern zwei Tage bis zu drei Wochen.

 

Beurteilung
Feng Shui als kosmische Lebensraumgestaltung ist zu einer Modeerscheinung geworden. Harmonische Wohnraumgestaltung gilt als Lebenselixier und verrät die individuelle „Note”. Ob eine komplizierte „Wissenschaft” und die Vielfalt der uns fremdartigen Begriffe und Herkunftskultur dazu nötig ist, muss wohl jeder für sich selbst beurteilen.

 

 

 

Formula-Diäten

 

Definition
Gewichtsreduktion mit Hilfe von in der Regel pulverförmigen, bilanzierten Nahrungsergänzungsmitteln, welche während der Diätphase konventionelle Mahlzeiten ersetzen.

 

Methode
Das Prinzip der Formula-Diäten ist eine starke Einschränkung der Energiezufuhr bei gleichzeitig ausreichender Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen, um einen Nährstoffmangel zu verhindern. Die Zusammensetzung der Formula-Diäten ist in § 14a der Diätverordnung geregelt. Es müssen mindestens 50g Eiweiß, 90g Kohlenhydrate und 7g essentielle Fettsäuren in einer Tagesration enthalten sein. Bei den Vitaminen gibt es nur eine Regelung für die Zufuhr der Vitamine A, B1, B2, B6, C, D und E, sowie für die Mineralstoffe Calcium und Eisen. Die Tagesration muss den „Empfehlungen für die Nährstoff-zufuhr” der DGE für Erwachsene entsprechen.

 

Beurteilung
Da mit Formula-Diäten gemäß § 14a täglich maximal 1200 kcal zugeführt werden, ist eine kurzfristige Gewichtsabnahme möglich. Wegen der Eintönigkeit ist eine langfristige Einnahme von Formula-Diäten aber kaum die Regel. Daher ist der Verzehr dieser Produkte nur als kurzfristige Maßnahme zu verstehen, die schließlich nicht zu einer langfristigen Gewichtsabnahme, sondern eher zum bekannten Jojo-Effekt führt. Allenfalls eine medizinische Indikation bei einem BMI >30 kann den zeitlich begrenzten Einsatz von Formula-Diäten unter ärztlicher Kontrolle rechtfertigen.

Die Ursache von Übergewicht wird bei der Anwendung von Formula-Diäten nicht berücksichtigt. Wer beispielsweise Stress, Langeweile oder Einsamkeit mit Essen beantwortet, wer seine Lebensmittel nach völlig falschen Kriterien auswählt oder ständig außerhalb der Mahlzeiten isst, der wird dies auch nach einer Formula-Diät wieder praktizieren.

Auch der Ersatz einzelner Mahlzeiten durch Formula-Drinks ist nicht empfehlenswert, denn es fehlt eigentlich nicht an einer großen Auswahl von natürlichen, energiearmen und genussvollen Lebensmitteln. Die bevorzugte Auswahl stärkereicher Lebensmittel (Brot, Kartoffeln, Reis, Nudeln, Obst und Gemüse), ein zurückhaltender Konsum fettreicher Lebensmittel und bedeutend reduzierter Alkoholkonsum sind das wirkliche „Wundermittel“ für erfolgreiches Abnehmen und – was letzten Endes das Ziel ist – zum anschließenden Schlankbleiben.

 

 

 

Fußreflexzonen (-Massage/-Therapie)

 

Definition
Massage der Füße zur Stimulation von erkrankten Organen und Körperbereichen.

 

Ursprung
Schon verschiedene antike Völker kannten die Fußreflexzonenmassage, so zum Beispiel im alten Ägypten, Indien und China. Die Methode stammt neuzeitlich aus den USA, wo sie von dem amerikanischen HNO-Arzt Dr. William Fitzgerald 1917 erstmals publiziert wurde (unter Berufung auf indianische Volksmedizin). In den 1930er Jahren wurde die Methode dann unter anderem von der Masseurin Eunice Ingham weiterentwickelt. In Deutschland verbindet sich mit der Fussreflexzonenmassage vor allem der Name Hanne Marquardt (Masseurin).

 

Methode
Die Therapie basiert darauf, dass sich auf den Fußsohlen sog. Reflexwege befinden, die zu allen anderen Organen des Körpers führen. Durch eine Druckpunktmassage der entsprechenden Zonen sollen sich eventuelle Störungen der inneren Organe beeinflussen lassen. Der Klient liegt bei der Behandlung in der Regel auf dem Rücken. Der Therapeut beurteilt das Aussehen der Füße und tastet sie ab. Dann massiert er die Füße, besonders die belasteten Reflexzonen. Die Behandlung dauert beim ersten Mal bis zu 60 Minuten, die Folgetermine sind kürzer.

 

Beurteilung
Anatomisch gibt es für die Annahme von Reflexzonen und deren Wirkung auf innere Organe keine konventionell-wissenschaftlichen Beweise. Dennoch kann eine Fußmassage eine Wohltat sein und u.U., wie auch andere alternative Heilmethoden, Selbstheilungskräfte mobilisieren. Sie kann zumindest keinen Schaden anrichten.
Diskutiert wird eine Anti-Schmerz-Wirkung. Durch das Drücken auf schmerzhafte Fußzonen wird ein Reiz erzeugt, der andere Schmerzreize im Körper u.U. lindert. Ein ähnliches Prinzip wird auch für die Akupunktur in Erwägung gezogen. In der Physiotherapie gehört die Fußreflexzonenbehandlung inzwischen zur Ausbildung. Hier begründet man die Wirksamkeit der Behandlung allerdings durch Nervenverbindungen, die von den Füßen bzw. Fußsohlen ausgehen. Fußreflexzonenmassage soll nicht angewendet werden bei Schwangeren, bei Personen mit akuten Infektionen und Fieber, bei kolikartigen Beschwerden und bei lokalen Infektionen am Fuß sowie bei lymphatischen Stauungen.