Wellness Lexikon – A

 

 

Abhärten

 

Methode
Maßnahmen zur Abhärtung wirken vor allem auf die Haut und darüber hinaus auf den Körper. Kältereize bewirken ein Zusammenziehen und Wärmereize eine Erweiterung der Haut und Hautgefäße. Heißes und anschließend kaltes Duschen ist ein gutes Training für die Hautgefäße. Das Ganze rund dreimal abwechselnd. Dabei immer an den Füßen beginnen. Das bringt die Hautporen auf Trab.

Der Abhärtungsgrad entscheidet mit, ob wir frieren oder nicht. Ist es draußen kalt, müssen sich die Hautporen möglichst schnell schließen, damit die Körperwärme gespeichert bleibt. Bei Wärme öffnen sie sich wieder und die Hitze kann entweichen.

Auch Bewegung, Bürstenmassagen, Kneippsche Anwendungen (Güsse, Wassertreten) und Saunagänge härten ab.

 

Beurteilung
Die Empfindlichkeit gegenüber Temperaturschwankungen nimmt ab. Wichtig ist die langsame Gewöhnung.

 

 

 

Achtsamkeitstraining

 

Definition

Achtsamkeitstraining ist die Kurzbezeichnung für das „Mindfulness-Based Stress Reduction Program“ (MBSR), ein von dem US-Verhaltensmediziner Jon Kabat-Zinn entwickeltes Übungsprogramm, das aus budhistischer Meditationstechnik und Yogapraktiken besteht.

 

Ursprung
Das Achtsamkeitstraining wurde bereits vor 27 Jahren an der Stress Reduction Clinic, einer speziellen Abteilung des Medical Centers der Universität von Massachusetts in der Nähe von Boston, entwickelt. Nach ersten erfolgreichen Tests mit Schmerzpatienten nahmen immer mehr Menschen, die unter Stress und chronischen Erkrankungen litten, an diesem achtwöchigen Programm teil. Inzwischen haben mehr als 12.000 Personen den Kurs absolviert, der von 240 amerikanischen Kliniken und Gesundheitszentren angeboten wird.
Grundlage des Programms ist eine bestimmte Form des Geistestrainings, die das Ziel verfolgt, des gegenwärtigen Augenblicks ohne eine bewertende Haltung vollkommen gewahr zu sein. Diese Form der Achtsamkeit gilt als der Kern der buddhistischen Meditation. Das Achtsamkeitstraining vermittelt die Essenz dieser buddhistischen Praxis für „normale“ Menschen,  die Linderung für ihre Leiden suchen, ohne sich für Buddhismus, Yoga oder fernöstliche Spiritualität zu interessieren.

 

 

Methode
Das Achtsamkeitstraining zielt darauf ab, durch einen höheren Grad an nicht wertender Achtsamkeit belastende Stress-Situationen sowie körperliches Leiden besser zu bewältigen. Anders als bei den üblichen therapeutischen Verfahren geht es nicht darum, Schmerzen oder Leid so weit wie möglich zu reduzieren, sondern sich der gegenwärtigen Erfahrung, auch wenn sie schwierig oder schmerzhaft ist, mit Offenheit und Akzeptanz zuzuwenden. Es handelt sich dabei um eine Selbsthilfemethode, die sich sehr gut zur Ergänzung von medizinischen oder psychotherapeutischen Behandlungen eignet. Betroffene erhalten durch das Achtsamkeitstraining eine Möglichkeit, selbst aktiv Einfluss auf ihre Gesundheit zu nehmen und grundlegende, positive Veränderungen ihrer Lebenseinstellungen herbeizuführen. Dr. Jon Kabat-Zinn, der Begründer der Methode, bezeichnet das Achtsamkeitstraining als einen „radikalen Akt der Gesundheit“. Durch das Training wird eine Befreiung von Irrtümern und Illusionen angestrebt. „Die meisten Menschen befinden sich in einer Art Auto-Pilot-Zustand. Sie sind deshalb möglicher Weise nie da, wo sie wirklich sind“, so Dr. Kabat-Zinn.

 

Wie wird Achtsamkeitstraining praktiziert?

Am Anfang einer wünschenswerten universellen, lebenslangen Achtsamkeitspraxis steht ein strukturiertes Übungsprogramm, das innerhalb von acht Wochen unter Anleitung eines speziell in dieser Methode ausgebildeten Trainers absolviert wird. Die Teilnehmer treffen sich ein Mal pro für zweieinhalb Stunden. Dabei praktizieren sie gemeinsam verschiedene Übungen:

– Achtsamkeitsmeditation in Stille (Sitzen) und in Bewegung
– Sanfte Yogahaltungen
– Körperwahrnehmungsübungen (der so genannte „Body Scan“)

Bei allen drei Übungsformen spielt der Atem als Anker der Aufmerksamkeit in der Gegenwart eine zentrale Rolle. Abgesehen von diesen drei praktischen Übungselementen bringt der Kursleiter hilfreiche Informationen aus den Bereichen Stressforschung, kognitive Psychologie und Kommunikationswissenschaften mit ein und es finden in diesem Rahmen auch Gruppengespräche statt. Teil dieses intensiven Achtwochen-Programms ist übrigens auch ein ganzer Tag des gemeinsamen Schweigens, was eine außergewöhnliche und äußerst lehrreiche Erfahrung mit sich bringt.
Nicht nur in der Gruppe, sondern auch zu Hause wird die Praxis der Achtsamkeit geübt: Einerseits mithilfe einer Übungs-CD, welche die Anleitung für eine täglich auszuführende, 45-minütige Übungsreihe enthält, andererseits durch zu erfüllende Hausaufgaben, die in einem Arbeitsbuch schriftlich festgehalten werden. Dr. Jon Kabat-Zinn erklärt: „Es geht darum, problematischen Lebensaufgaben mehr Aufmerksamkeit zu schenken, ohne zu versuchen, sie zum Verschwinden zu bringen. Begegnet man Belastungen auf diese Art, dann lösen sie sich manchmal von selbst.“
Vor Kursbeginn findet ein Vorgespräch mit den Interessenten statt. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Kurs schwierig, anstrengend, vielleicht sogar langweilig sein wird. Trotz der Vorwarnungen melden sich 90% an und von diesen besuchen 85% den Kurs bis zur letzten Stunde.

 

Beurteilung
Das Achtsamkeitstraining nach der MBSR-Methode ist in medizinischen und psychologischen Fachkreisen anerkannt. In den letzten 15 Jahren wurde in den USA die Effektivität des Programms in mehreren Studien wissenschaftlich untersucht. Zahlreiche dieser Untersuchungen konnten bei den Kursteilnehmern nach acht Wochen eine deutliche Verbesserung medizinischer Kranheitssymptome und psychischer Beschwerden nachweisen. In einer Studie wurde zum Beispiel nachgewiesen, dass Patienten mit chronischen Schmerzen eine Symptomreduktion zwischen 30 und 55 Prozent erzielten. Daneben konnte eine deutliche Erhöhung der subjektiv empfundenen Lebensqualität und Lebensfreude nachgewiesen werden.In Deutschland wurden bisher zwei wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt, eine an der Freiburger Universität und eine andere an dem „Freiburger Institut für Achtsamkeitsforschung“. Beide kommen zu ähnlich positiven Ergebnissen, insbesondere für Patienten, die unter chronischen Schmerzen leiden. Entscheidend für den Wert oder Erfolg einer jeden Kursmaßnahme ist die Integration des erworbenen Wissens oder Könnens in den Alltag. Eine Untersuchung an der Stress Reduction Clinic in den USA zeigte, dass 80% der ehemaligen Kursteilnehmer auch noch vier Jahre nach Beendigung des Kurses wenigstens eine der erlernten Achtsamkeitstechniken regelmäßig anwenden.

 

 

 

Aetherische Öle

 

Definition
Der Begriff „Äther“ kommt aus der griechischen Philosophie und bezeichnet den chemischen Urstoff aus dem Materie entsteht und entstanden ist. Chemisch bezeichnet „Äther“ eine flüchtige und gleichzeitig narkotisierende (betäubende) Flüssigkeit. Alle ätherischen Öle haben als natürliche Bestandteile von Pflanzen die Eigenschaft des Flüchtigen und entfalten so ihre unterschiedliche Wirkung.

 

Methode
Die Wirkstoffe der ätherischen Öle gelangen über die Atmungsorgane oder die Haut in den Körper. Sie sind so klein, dass sie leicht durch die Haut aufgenommen werden können. Sie dringen in die Blutbahn ein oder versorgen das Fettgewebe. Dazu ist eine Verdünnung, d.h. 5-6 Tropfen ätherisches Öl in 10 ml Planzenöl (z.B. Sonnenblumen-, Sesam-, Mandel-, Haselnuss- oder Olivenöl) notwendig. Diese Mischung ist besonders geeignet für Massage-anwendungen. Zum Einreiben der Brust bei Erkältungen eignet sich zum Mischen auch Vaseline.

 

Beurteilung
Für die Wirksamkeit ätherischer Öle sind Qualität und Reinheit entscheidend. Beim Kauf ist zu beachten, dass ätherische Öle aus der Stammpflanze stammen und nicht ein Verschnitt sind. Der Aufdruck g&a bedeutet genuin (absolut unverändert durch Manipulationen jeder Art) und authentisch (tatsächlich nur das Öl einer definierten Pflanze). Auch eine Bezeichnung nach DAB (Deutsches Arzneimittelbuch) reicht nicht aus, denn hier können synthetische oder naturidentische Öle untergemischt sein. So ist es kein Wunder, dass einige Öle nicht das bringen, was die Monographie oder Standardzulassung verspricht.

Es gibt allerdings auch Öle, die allergieauslösend wirken oder zu Unverträglichkeiten führen können. Das trifft besonders zu für: Nelken-, Zimt-, Thymian-, Oregano- oder Bohnenkrautöl. Aber auch andere Öle wie Inula graveolens, Kamille-, Lorbeer-, Niaouli- oder Citrus- und Nadelöle.

Die Verträglichkeit lässt sich prüfen, indem ein Tropfen des Öls auf der sehr empfindlichen Innenfläche des Unterarms verrieben wird. Wenn sich keine allergische Reaktion zeigt, kann das Öl angewendet werden.

Kinder sollten nur mit großer Vorsicht ätherische Öle verabreicht bekommen. Kleine Kinder reagieren zum Beispiel auf Kampfer-, Eukalyptus-, Pfefferminz- und Teebaumöl besonders empfindlich. Wenige Tropfen, die aus einem Erkältungsbad oder einem Einreibemittel in Mund oder Nase geraten, können zu gereizten Schleimhäuten, Erbrechen oder sogar Bewegungsstörungen führen. Im schlimmsten Fall verschließt sich die Luftröhre durch einen krampfhaften Reflex, und es kann zum Atemstillstand kommen.

Ätherische Öle ersetzen im Krankheitsfall keine Medikamente, haben sich aber im Bereich der gesundheitlichen Selbsthilfe sehr bewährt. Im Wellnessbereich sind viele Öle zur Entspannung einsetzbar.