Tinnitus – Alarmglocken im Ohr

shuRund 340.000 Menschen haben pro Jahr in Deutschland erstmals einen Tinnitus. Etwa 18,7 Millionen Deutsche haben bereits Ohrgeräusche erlebt. Tinnitus ist ein Symptom, ähnlich dem Schmerz und daher immer auch ein Warnsignal, dass man sich übernommen hat, im körperlichen oder seelischen Bereich. Daher ist die Diagnostik wichtig, um die Ursachen zu erkennen und zu behandeln.tterstock_45895738

Rund 340.000 Menschen haben pro Jahr in Deutschland erstmals einen Tinnitus. Etwa 18,7 Millionen Deutsche haben bereits Ohrgeräusche erlebt. Tinnitus ist ein Symptom, ähnlich dem Schmerz und daher immer auch ein Warnsignal, dass man sich übernommen hat, im körperlichen oder seelischen Bereich. Daher ist die Diagnostik wichtig, um die Ursachen zu erkennen und zu behandeln.

 

Diese können vielfältig sein. Die unerwünschten Geräusche im Ohr können durch Lärmschäden, Hörbeeinträchtigungen, Drehschwindel oder andere Probleme – z. B. der Halswirbelsäule oder des Zahn-Kiefer-Bereiches – verursacht werden. Auch bei einem Hörsturz können sich Ohrgeräusche zeigen. Manchmal ist es auch einfach Ohrenschmalz bzw. Pfropf, der dafür verantwortlich ist.In der Regel lassen sich die Ursachen beheben oder gut behandeln. Öfter jedoch werden gar keine organischen Ursachen entdeckt. In beiden Fällen kann das Ohrgeräusch wieder völlig abklingen, es kann aber auch bleiben. Neben medizinischen Ursachen vermuten die Hälfte aller Betroffenen Lärm und Stress als Auslöser. Allerdings kann Tinnitus den Charakter einer Krankheit annehmen, wenn er zu einer schweren Belastung im täglichen Leben wird und daraus weitere Krankheiten resultieren. Dagegen lässt sich jedoch einiges unternehmen.

Linderung und Vorbeugung

Über 50 % der Tinnitus-Betroffenen haben gleichzeitig eine Hörschädigung (Deutsche Tinnitus-Liga). Das bedeutet nicht, dass man durch einen Tinnitus eine Hörminderung erfährt. Und eine Hörschädigung kann auch unabhängig von einem Tinnitus bestehen.

Entscheidend ist, dass die Wahrnehmung nicht auf den Tinnitus gelenkt wird. Ziel ist es, zu lernen, die Ohren zu öffnen. Dann wird der Tinnitus erträglicher und man schafft es unter Umständen, ihn mit der Zeit zu „überhören“.

Tipps

  • Gönnen Sie Ihrem Gehör Erholung. Das Ohr schläft nie. Es freut sich aber gerade nach Anstrengung über leise Töne und eine Pause!
  • Laut ist nicht gleich stark! Versuchen Sie mal auf die leisen Töne zu hören. Genießen Sie Blätterrauschen oder das Plätschern eines Baches. Öffnen Sie Ihr Ohr für angenehme Umweltgeräusche.
  • Schützen Sie sich gegen zu hohe Lautstärken. Auf der Arbeit und in der Freizeit. Mit Gehörschutz.
  • Machen Sie alle zwei Jahre einen Hörtest. Kostenlos beim Hörgeräteakustiker. Oder bei Ihrem HNO-Arzt. So können Sie selbst über Ihr Gehör Buch führen. Und Veränderungen frühzeitig feststellen.
  • Tragen Sie – wenn nötig – Hörgeräte. Je früher Sie bei einer Hörschädigung damit anfangen, umso besser. Sie müssen nämlich das Gehirn trainieren. Hörgeräte helfen häufig auch bei Tinnitus!
  • Ziehen Sie sich nicht zurück. Schon gar nicht in Stille. Dann fixieren Sie sich nämlich auf das Geräusch.

Forschung

Die Deutsche Tinnitus-Stiftung Charité will dazu beitragen, die Rahmenbedingungen für die Tinnitus-Forschung in Deutschland zu verbessern. Mit der Förderung von zwei Forschungsprojekten „Jugendliche gegen Tinnitus“ und „Stress und Tinnitus“ wurde damit bereits begonnen.

Einen weiteren Erfolg lieferten die Forschungsergebnisse des Teams um Professor Dr. Christo Pantev, Forscher des Instituts für Biomagnetismus und Biosignalanalyse (IBB) an der Medizinischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU). Gemeinsam mit der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums Münster (UKM) wurde ein neues Therapieverfahren entwickelt. Hierbei handelt es sich um ein Musiktraining, dessen Ziel es ist, die Lautheit und damit einhergehend die Lästigkeit des Tinnitus zu reduzieren. Das Training mit maßgeschneiderter Musik führt zwar nicht zu einer Heilung, aber bei den Studienteilnehmern wurde der Tinnitus deutlich leiser.

Fazit

Heute ist bekannt, dass der chronische Tinnitus keine Erkrankung des Ohres ist. Als Auslöser werden Fehlfunktionen im Gehirn bzw. im Nervensystem des Gehirns in Betracht gezogen.

Ziel von Tinnitus-Therapien ist, das Ohrgeräusch nicht mehr oder zumindest nicht mehr als so sehr störend wahrzunehmen. Für eine erfolgreiche Tinnitus-Behandlung ist die psychische Stabilisierung der Patienten ein wesentliches Ziel.

Es bleibt zu hoffen, dass die Forschungen weitere Fortschritte erzielen, um den Menschen, die unter permanenter Geräuschberieselung leiden, weitere Perspektiven zu geben.

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