Slacklinen – ein neuer Trendsport für Deutschland

Bild von Michelle Raponi auf Pixabay

 

„Let’s slack“ – so lautet das Motto einer neuen Trendsportart, die in den 80er Jahren von der Kletterszene im Yosimite Nationalpark in den USA erfunden wurde und seit kurzem auch Deutschland begeistert:

Slacklinen, ein Sport, der dem Seiltanz ähnelt, ist Thema in Talkshows und Reportagen. Immer häufiger sieht man jetzt in Parks Männer und Frauen, die fröhlich über ein zwischen zwei Bäume gespanntes Schlauch- oder Flachband aus Gummi balancieren. Doch im Gegensatz zum klassischen Seiltanz aus dem Zirkus, wird hierbei die Dynamik des „schlaffen Bandes“ – wie der Begriff Slackline übersetzt werden kann – genutzt. Ob einfaches Balancieren oder adrenalinsteigernde Manöver, den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt!

 

Geschichte

Während das Seiltanzen im Zirkus eine recht lange Tradition hat, ist das Slacken eine recht junge Sportart.  Es entwickelte sich Anfang der 1980er Jahre aus einer Nebenbeschäftigung in der Szene der Freikletterer im Yosemite-Nationalpark. Diese vertrieben sich bereits seit den 60er Jahren die Zeit an Ruhe- und Regentagen damit, auf Absperrketten und -tauen an Parkplätzen zu balancieren. Adam Grosowsky und Jeff Ellington waren die ersten, die auf die Idee kamen, ihr Klettermaterial dafür zu benutzen, und so das Slacken in die Camps der Kletterer im Valley brachten, von wo aus es sich etwa ab der Jahrtausendwende in andere Klettergebiete und schließlich auch außerhalb des Klettersports verbreitete.

 

Unabhängig davon haben in den 70er und 80er Jahren auch Kletterer in Europa auf gespannten Seilen balanciert. Außerdem benutzten auch die Ski-Rennläufer Ingemar Stenmark aus Schweden sowie Bode Miller aus den Vereinigten Staaten ein gespanntes Seil bzw. Band, um zur Schulung des Gleichgewichts darauf zu balancieren.[2] Diese Entwicklungen blieben jedoch auf einen sehr engen Personenkreis beschränkt und konnten sich weder als Trainingsform durchsetzen noch als eigene Sportart verbreiten.

 

Trendsportart trainiert Muskulatur, Koordination und Konzentration

Dabei ist Slacklinen weit mehr als nur ein Fun-Sport. Das Balancieren auf der cirka 2,5 Zentimeter breiten Slackline bringt auch erwiesene gesundheitliche Vorteile mit sich. „Durch das Balancieren auf dem nur locker gespannten Band entstehen Schwingungen, die der Körper ausgleichen muss, um nicht herunter zu fallen. Das trainiert insbesondere die Feinmuskulatur rund um die Wirbel“, erläutert Dr. Constanze Kriebel-Goldmann. Die beratende Medizinexpertin der BKK Essanelle unterstützt die Prävention durch Sport & Wellness intensiv. Aufgrund dieser positiven Auswirkungen auf den Körper erforschen Studien aktuell die therapeutischen Einsatzmöglichkeiten des Slacklinens bei der Behandlung von unter anderem Schlaganfall-Patienten oder Multipler Sklerose. „Neben der Stimulation der Muskulatur werden auch Gleichgewichtssinn, Reaktionsvermögen, Koordination und Konzentration wirksam trainiert“, so Kriebel-Goldmann weiter. Deshalb eignet sich das Balancieren auf der Slackline ideal als Training für Sportarten wie Klettern, Skifahren und Kampfsportarten. Auch Anfänger, Sportmuffel oder ältere Menschen können dabei schnell erste Erfolge erzielen.

 

 

Übung macht den Meister: Balance ist trainierbar

 

 

Etwas Übung ist allerdings nötig, um den Balanceakt zu meistern und sicher auf dem maximal 5 Zentimeter breiten Band zu spazieren. Ein besseres Gefühl für das Seil wird erzielt, indem der Benutzer leicht in die Knie geht. Dadurch kann ähnlich wie beim Roller Bladen oder Skifahren, schnell reagiert werden. Für ein sicheres Schreiten den Blick nicht auf die Füße richten, sondern einen Punkt in einiger Entfernung fixieren. „Am besten unternimmt man die ersten Versuche zusammen mit einem Partner. Gemeinsam macht Slacklinen nicht nur mehr Spaß; der andere ist auch eine tolle Stütze bei den ersten Gehversuchen in der Luft“, rät die Expertin der BKK Essanelle allen Anfängern. Wichtig für alle Einsteiger: Mit Lowlines beginnen, die relativ niedrig in Knie- oder in Hüfthöhe über einem weichen Untergrund wie Gras oder Sand gespannt sind. Dabei ist die Verletzungsgefahr am niedrigsten.

 

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