Schlechte Zähne sind nicht erblich!

gesunde zähne

 

Df. Dr. Roland Frankenberger ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung und kämpft als Zahnarzt um jeden Zahn. Für Gesundheitdirect.de enttarnt er einige Zahnmythen.

Milchzähne muss man nicht besonders pfle­gen, da sie ja oh­nehin ausfallen. Richtig ist, dass Milchzähne in der Regel ausfal­len (nicht immer, in seltenen Fäl­len kommen an anchen Stellen keine bleibenden Zähne ich). Wenn man die Milchzähne nicht legt, bekommen sie Karies. Dies verur- icht irgendwann Schmerzen bis hin zum trigen Abszess, der dann in Vollnarkose ¿handelt werden muss. Ganz abgesehen )n braunen Stummeln im Mund, die Kin- =r verunstalten. Kurzum: falsch!

 

 

Kaugummikauen ersetzt Zähneputzen

Zähneputzen entfernt Zahnbelag, Kaugummi nicht. Daher ersetzt kein Kau- ummi jemals die Zahnbürste und Zahn- side. Kaugummi hat aber – gerade dann, /enn er Xylit enthält – sehr wohl eine un- srstützende Funktion bei der Kariespro- ihylaxe. Zum einen wird der Speichelfluss ngeregt, der eine gewisse Spülfunktion iat, zum anderen wirkt Xylit ein wenig ntibakteriell. Also Zähneputzen PLUS Caugummi – gute Idee.

 

Rauchen verfärbt nur die Zähne

Das ist das, was man beim Raucher sehr schnell erkennen kann. Zum einen bilden sich braune Flecken auf den Zähnen, die kann man aber wegpolieren. Zum anderen färben sich die Zähne aber auch in der Tiefe im Lauf der Zeit gelblich. Viel wichtiger beim Raucher ist jedoch die Anfälligkeit für Parodontitis. Wenn zu mir ein rauchender Patient mit Parodontitis kommt, behandle ich nicht nur sein Zahn­fleisch, sondern rate ihm dringend dazu, mit dem Rauchen aufzuhören.

 

Teetrinken schadet den Zähnen

Nein. Es gibt zwar Tees, die die Zähne ver­färben können, das lässt sich aber wegpo­lieren – ein Schaden für die Zähne kann ausgeschlossen werden. Ausnahme sind sehr saure Früchtetees oder Säfte, die kön­nen den Zahnschmelz angreifen wie z.B. Orangensaft.

 

Beim Zähneputzen fest schrubben, nur so werden die Zähne sauber.

Auf gar keinen Fall. Nicht umsonst gibt es elektrische Bürsten, die einen Warnton ab­geben, wenn man zu fest aufdrückt. Es kommt viel mehr auf die Technik an als auf die angewendete Kraft. Und „Schrub­ben“ ist generell nicht gut, da gerade beim horizontalen Bewegen der Bürste Schäden an Zahn und Zahnfleisch auftreten.

Wer eine Vollprothese trägt, der muss nicht mehr zum Zahnarzt

Ganz im Gegenteil. Ergänzungen und Un­terfütterungen sind bei Totalprothesen an der Tagesordnung. Wir setzen aber alles daran, dass es gar nicht erst zum komplet­ten Zahnverlust kommt.

 

Äpfel essen schützt vor Karies.

Gesunde Ernährung trägt auch zur Zahn­gesundheit bei. Dazu gehören auch Vita­mine, und die liefertauch der Apfel. Einen Schutz vor Karies bietet er jedoch nicht. Übermäßiger Obstgenuss kann auch zu Säureschäden am Zahn (sogenannte Ero­sion) führen. Daher wird empfohlen, nach dem Genuss sauren Obstes 30 Minuten zu warten, be­vor man die Zähne putzt.

 

Beim Zähneputzen immer von Rot (Zahnfleisch) nach Weiß (Zähne) bürsten

Im Prinzip ja. Es gibt mehrere gute Tech­niken für das Zähneputzen, eine davon ist die Rot-Weiß-Technik: Am Zahnfleisch im 45°-Winkel ansetzen, rütteln und zum Zahn hin auswischen funktioniert genauso gut wie kleine kreisende Bewegungen.

 

 

Aufhellende Zahncremes schaden den Zähnen

Hier kann man keine generelle Empfeh­lung geben. Es gibt „aufhellende“ Zahn­cremes, die mild und wenig abrasiv sind, und es gibt Zahncremes, die die Zähne bei oftmaligem Gebrauch schnell abschmir­geln. Das ist aber alles nicht relevant, denn eine Zahncreme, die wirklich gut die Zäh­ne heller macht, gibt es nicht. Da ist ein „Bleaching“ durch den Zahnarzt das einzig Wahre.

 

 

Schlechte Zähne sind erblich

Das ist eine Ausrede: „Meine Eltern hat­ten auch schlechte Zähne – ich kann nichts dafür.“ Aber ein sauberer Zahn bekommt keine Karies. Natürlich gibt es Unter­schiede, die auch vererbt sein können. Größere Zähne haben dickere Schmelz-/ Dentinschichten und die Karies braucht länger, um den Zahn zu zerstören. Verschachtelt ste­hende Zähne sind schwieriger zu reini­gen und daher anfäl­liger für Karies, natürlich ist auch die Zahnstellung vererbt. Die generelle Anfälligkeit für Karies je­doch liegt in der Hand des Einzelnen, nicht der Genetik.

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