Russische Todesdroge in Deutschland aufgetaucht

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Das Krokodil….

 

Vom Heroinersatz Desomorphin, auch Krokodil genannt, sind Tausende Russen abhängig. Jetzt ist die Substanz im Ruhrgebiet aufgetaucht. Süchtige laufen Gefahr, lebendig zu verfaulen.

 

Die lebensgefährliche Heroin-Ersatzdroge Krokodil, auch „Krok“ genannt, ist in Deutschland angekommen. Vier Nutzer eines Bochumer Drogencafés hatten die typischen Symptome gezeigt. Das bestätigte der leitende Arzt der Krisenhilfe Bochum, Heinrich Elsner. Selbstgemacht aus rezeptfreien Codein-Tabletten: Weil die neue Droge so leicht und billig zu bekommen ist, sind schon Tausende russischer Junkies auf sie umgestiegen.

 

Die chemische Substanz hinter Krokodil ist das Opiat Desomorphin. In Drogenküchen gewinnen Süchtige den Morphium-Abkömmling, indem sie codeinhaltigen Pillen unter anderem Farbverdünner, Feuerzeugbenzin und Phosphorsäure beimischen. Die so entstandene braune Flüssigkeit hat katastrophale Auswirkungen auf den Körper: Der Name Krokodil rührt daher, dass die Haut sich grünlich-grau verfärbt und schuppig wird. Die Haut um die Einstichstelle stirbt ab, am ganzen Körper entstehen wunde und schorfige Stellen. Der Vergleich mit dem Reptil passt aber auch aus einem anderen Grund: Die Droge frisst ihre Konsumenten von innen her auf. Nach und nach verfaulen ganze Körperteile, im Endstadium fällt buchstäblich das Fleisch von den Knochen. Häufig sind Amputationen die Folge des Drogenmissbrauchs – und praktisch immer der Tod. Er kommt beispielsweise in Form von Leberversagen oder Verbluten durch geplatzte Blutgefäße.

 

 

Günstiger, giftiger, gefährlicher

 

Der hausgemachte Heroinersatz ist aber nicht nur schädlicher als das Original. Ein Krokodil-Rausch hält nur etwa zwei Stunden an, die Droge muss also viel öfter injiziert werden als Heroin. Außerdem macht sie noch stärker abhängig, das Aufhören ist entsprechend hart. Die körperlichen Entzugserscheinungen quälen Betroffene bis zu einen Monat lang. Im Falle von Heroin sind es „nur“ fünf bis zehn Tage. Abgesehen davon gibt es aber ohnehin kaum geeignete Entzugseinrichtungen.

 

Die Abhängigen in Bochum seien der Meinung gewesen, Heroin genommen zu haben. Sie erlitten dabei aber „katastrophale Haut- und Weichteilschäden“, die sonst bei Heroin kaum aufträten, sagte der Drogenarzt Elsner. Offenbar sei der Stoff Abhängigen in der Bochumer Szene ohne ihr Wissen als Heroin verkauft worden, sagte ein Polizeisprecher. In der Bochumer Szene herrsche ein „Riesenaufruhr“, erläuterte die Polizei. Auch das Landeskriminalamt sei eingeschaltet.

Codein-Tabletten sind in Russland frei verkäuflich

 

In Russland kursiert das Rezept für Krokodil auf einschlägigen Seiten im Internet. Der Rohstoff dafür – die Codein-Tabletten – ist überall zu haben. Der Verkauf von codeinhaltigen Schmerzmitteln hat sich dort in den vergangenen Jahren vervielfacht. Laut einem Sprecher des russischen Gesundheitsministeriums gibt es zwar Pläne, eine Rezeptpflicht für Codein-Tabletten einzuführen, eine schnelle Änderung sei aber nicht machbar. Die Opposition wirft der Regierung Pharma-Lobbyismus vor.

 

Die Droge gibt es in Russland schon seit einigen Jahren, ihr Ursprung liegt wohl in Sibirien. Große Verbreitung fand „Krok“ aber erst in den letzten Jahren: Allein im ersten Quartal 2011 seien in Russland 65 Millionen Dosen Desomorphin sichergestellt worden. Offizielle Schätzungen gehen von rund 100 000 Süchtigen aus, inoffizielle rechnen mit einer Million Abhängigen.

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