Rückenschmerzen – Psychosomatik und Co

 

Nicht selten haben Rückenschmerzen psychosomatische Ursachen. Dabei wirken sich seelische Einflüsse auf das Sehnen-/Muskelgeschehen aus.

Mit anderen Worten: Seelische Befindlichkeiten äußern sich irgendwann in körperlichen Beschwerden, bis hin zur richtigen Krankheit. Die körperlichen Beschwerden bringen dann aber häufig weitere psychische Probleme mit sich. Der Teufelskreis beginnt. Der Heilpraktiker und Schmerztherapeut Horst Boss berichtet von Erfahrungen aus seiner Arbeit als Schmerztherapeut.

 

Zwischen Psyche und Körper vermittelt das Vegetative Nervensystem. Bei Angst und Stress erhöht sich der Herzschlag. Dadurch wird die Durchblutung gesteigert, die Blutgefäße in der Skelettmuskulatur erweitern sich und die Muskulatur wird dann vermehrt mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Nebenbei: In Urzeiten musste sich der Körper bei Gefahr/Stress schnellstens der Situation anpassen können. Einfach um zu überleben. Nach einer relativ kurzen Anspannung kam, bald im Anschluss, dann auch wieder die Entspannung. Mammut weg, Gefahr gebannt. Doch heute ist das anders. Menschen in allen Positionen sind permanent Druck, Angst und damit Dauerstress (Geld-, Partner-, Job-Probleme, Sorgen um die Kinder, Krankheiten usw.) ausgesetzt. Tritt aber länger keine Entspannung ein bzw. dauert die Überbelastung zu lange, dann treten sogenannte psychosomatische Störungen auf. Und diese äußern sich zunehmend in dauerhaften Schmerzen. Oft halt in Rückenschmerzen.

 

Fakt ist: Wer mit negativen Gefühlen nicht richtig umzugehen versteht, hat ein bis zu siebenfach erhöhtes Risiko für Rückenschmerzen. Diese manifestieren sich hauptsächlich im Lendenwirbelbereich. Aber nicht nur. Infolge können zudem Taubheitsgefühl, Missempfindungen oder sogar Lähmungserscheinungen auch an anderen Stellen auftreten. Doch vielen Rückenschmerzen kann man sehr gut aktiv entgegenwirken. Die Möglichkeiten werden in einer der nächsten Kolumnen behandelt.

 

 

Psychischer Stress verursacht Verspannungen

Jetzt ist noch die Frage: Wie entstehen Schmerzen eigentlich? Eines wissen wir schon. Nämlich, dass bei psychischen Problemen die Muskulatur verspannt. Sie verkürzt sich regelrecht. Durch die Verspannung (auch einseitig) können sich jetzt Wirbel verschieben und dadurch auf Nerven drücken. Bandscheiben können irgendwann in Mitleidenschaft gezogen werden usw. Auch dann entsteht Druck auf die Nerven. Und das tut eben weh. Es schmerzt. Eigentlich ganz einfach zu verstehen.

 

Rückenschmerzen sind nicht nur ein orthopädisches Problem

Man darf aber niemals vergessen, bei Rückenschmerzen auch an andere Auslöser zu denken. Manchmal wird bei Rückenschmerzen lediglich an ein orthopädisches Geschehen gedacht. Dadurch werden weitere Krankheiten oft zu lange außer Acht gelassen. Denken sie zum Beispiel nur an Darmkrankheiten wie Morbus Crohn oder an Tumore. Auch ein gefährlicher Einriss einer Schicht am Aortenbogen (Teil der Hauptschlagader nach dem Herzen) kann heftigste Rückenschmerzen verursachen. Sie sehen – es gibt viele Möglichkeiten.

 

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(Quelle)