Packungsaussagen und Ihre Bedeutung

 

Wir kennen es alle – Mann/Frau geht in den Supermarkt und da warten sie schon auf uns. Die tollen Produktaussagen. „Ohne Zuckerzusatz“, „fettarm“ oder „leicht“ – viele Produkte werben mit sogenannten nährwertbezogenen Angaben auf den Verpackungen. Und auch Aussagen wie „ohne Zusatzstoff Geschmacksverstärker“ und „ohne Konservierungsstoffe“ sind oft auf Lebensmitteln zu lesen.  Doch was sollen sie eigentlich bedeuten bzw. welche Aussage steht wirklich dahinter? Im Folgenden Artikel finden sie einen kleinen Auszug der gängigsten Begriffe der Lebensmittelindustrie und eine Beschreibung der Bedeutung.

 

Arm an gesättigten Fettsäuren:

Bei der Auszeichnung „arm an gesättigten Fettsäuren“ darf die Summe der gesättigten Fettsäuren und Transfettsäuren bei einem festen Lebensmittel nicht mehr als 1,5 g pro 100 g und bei flüssigen Produkten nicht mehr als 0,75 g pro 100 ml betragen. In beiden Fällen dürfen die gesättigten Fettsäuren und die Transfettsäuren insgesamt nicht mehr als 10 % des Energiegehaltes des Lebensmittels liefern. Gesättigte Fettsäuren sind hauptsächlich in tierischen Fetten sowie Kokos- und Palmfett enthalten. Sie können bei übermäßigem Verzehr den Cholesterinspiegel erhöhen.

 

Ohne Farbstoffe:

Sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe kommen in natürlichen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse vor. Einige, dieser sekundären Pflanzenstoffe sind verantwortlich für die Farbgebung. So sorgen beispielsweise Flavonoide bei Äpfeln für die rote und Carotinoide bei Karotten für die orangene Farbe.  Farbstoffe (z.B. Tartrazin E 102) können aber auch industriell hergestellt werden. Sie werden mit dem Ziel verwendet, Nahrungsmittel optisch aufzupeppen. In Deutschland sind nur Farbstoffe zugelassen, die gesundheitlich unbedenklich sind.

 

Ohne Konservierungsstoffe:

Konservierungsstoffe machen Lebensmittel länger haltbar und verzögern den Verderb durch Bakterien, Hefe- und Schimmelpilze. Der Zusatz von Konservierungsstoffen ist nur bei bestimmten Lebensmitteln gesetzlich zugelassen. Viele Produkte enthalten daher laut Gesetz gar keine Konservierungsstoffe. Dieses sind vor allem Trockenprodukte wie Trockensuppen, Trockensaucen, Trockenfertiggerichte oder auch Getränkepulver. Aber auch bei erhitzten (sterilisierten, pasteurisierten) Lebensmitteln ist der Zusatz von Konservierungsstoffen zum einen gesetzlich nicht erlaubt und zum anderen durch die Hitzebehandlung auch gar nicht erforderlich.

Sofern Konservierungsstoffe einem Lebensmittel zugesetzt wurden, ist dies immer im Zutatenverzeichnis angegeben. Die Angabe erfolgt gemäß der Lebensmittelkennzeichnungsverordnung in der Form: „Klassenname“ z. B. „Konservierungsstoff“ gefolgt von der genauen Bezeichnung oder der E-Nummer z. B.
„Konservierungsstoff Schwefeldioxid“ oder
„Konservierungsstoff E220“. Zu den Konservierungsstoffen gehören beispielsweise Benzoesäure E 210 und deren Salze E211-E219, Schwefeldioxid E220, Sulfite E221-E224 und
E226-E228.

 

Ohne künstliche Aromen:

Künstliche Aromen sind sogenannte Lebensmittelzusatzstoffe und werden chemisch erzeugt. Im Vergleich zu natürlichen Aromen wird ein künstliches Aroma nicht aus pflanzlichen oder tierischen Stoffen gewonnen, sondern synthetisch hergestellt. Auch hat es kein natürliches Vorbild, wie es bei naturidentischen Aromastoffen (z.B. Vanillin) der Fall ist, die ebenfalls synthetisch hergestellt werden. Die Kennzeichnung „ohne künstliche Aromen“ bedeutet, dass keine künstlichen Aromastoffe enthalten sind und – falls überhaupt Aromen zugesetzt wurden – es sich um natürliche Aromastoffe oder Aromaextrakte handelt.

 

Ohne Zuckerzusatz:

Die Angabe „ohne Zuckerzusatz“ darf nur auf Produkten stehen, wenn diesen kein Zucker oder andere süßende Lebensmittel zugesetzt wurde. Enthält das Lebensmittel von Natur aus Zucker, sollte das Etikett auch den folgenden Hinweis enthalten: „Enthält von Natur aus Zucker“. Steht zum Beispiel auf einer Orangensaft-Packung „ohne Zuckerzusatz, enthält von Natur aus Zucker aus Orangen“, so ist damit klar, dass der Saft zwar Zucker aus den Orangen enthält, aber nicht zusätzlich mit Zucker gesüßt wurde.

 

Laktose frei = ohne Milchzucker = ohne Laktose:

Lebensmittel werden als „laktosefrei“ bezeichnet, wenn pro 100 g beziehungsweise 100 ml nicht mehr als 10 mg Laktose enthalten sind. Milchzucker (Laktose) kann bei Menschen mit Laktose-Intoleranz zu Durchfällen, Darmkrämpfen und Blähungen führen. Milch oder milchhaltige Zutaten enthalten von Natur aus Laktose und sollten deshalb vermieden werden. Ein Teil der Laktoseintoleranten verträgt hingegen Joghurt-Produkte. Auf jeden Fall sollten Sie beim Kauf von Lebensmitteln sorgfältig die Zutatenliste lesen und gegebenenfalls auf die Kennzeichnung „ohne Milchzucker“, „ohne Laktose“ oder „laktosefrei“ achten. Bei Unklarheit kann eine Anfrage beim Hersteller oft weiterhelfen. Aber Achtung: Nicht nur Milch und Milchprodukte können Milchzucker enthalten, sondern auch Süß-, Fleisch- und Wurstwaren sowie weitere Lebensmittel.

 

Fettfrei = ohne Fett:

Ein Lebensmittel ist „fettfrei“ beziehungsweise „ohne Fett“, wenn es nicht mehr als 0,5 g Fett pro 100 g oder 100 ml enthält. Da Fett mit 9 kcal pro g von allen Nährstoffen die meisten Kalorien hat, können fettfreie Lebensmittel beim Kaloriensparen helfen. Achten Sie aber unbedingt auch auf die Kalorienangaben auf der Packung. Denn gerade süße Speisen können zwar fettfrei sein, durch einen hohen Zuckergehalt aber trotzdem viele Kalorien enthalten.

Die Grenzwerte werden festgelegt in der EG-Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel. Diese ist, auch als Health Claims-Verordnung bekannt.

Natürlich = von Natur aus:

Ist ein Inhaltsstoff in einem Lebensmittel in gleichem Umfang bereits natürlicherweise in den Zutaten des Lebensmittels enthalten, darf der Ausdruck „von Natur aus“ vorangestellt werden. Steht beispielsweise auf einem Apfelsaft „Enthält von Natur aus Zucker“ bedeutet dies, dass kein Zucker zugesetzt wurde, sondern der natürliche (Frucht-)Zucker der Äpfel das Getränk süßt.

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