Neue Cellulite-Facts 2012

Die richtige Bezeichnung für die ungeliebte Orangenhaut lautet Cellulite, nicht Cellulitis, da normalerweise die Endung –itis für eine medizinische Bezeichnung, also für eine Krankheit verwendet wird. Die unschönen Dellen an den Oberschenkeln, die durch die Erfindung des Bikinis erst richtig wahrgenommen wurden, sind – neben dem Gewicht – das Figurproblem der Frauen schlechthin. Über 75 % aller Frauen geben an, unter diesem Phänomen zu leiden. Heute zeigt sich die Orangenhaut auch vermehrt bei jüngeren Menschen – auch bei Männern. Zwar ist Cellulite zunächst nur ein unliebsames, ästhetisches Problem und keine akute Gefahr für den Körper, dennoch sollte man sie ernst nehmen: Wenn sie nicht behandelt wird, kann es zu Besenreisern, Krampfadern (Varizen), Thrombosen, Ödemen sowie dem „offenen Bein“ (Ulcus cruris) kommen.

 

Wie entsteht Cellulite?

Erst nach der Pubertät kommt es zur Entstehung von Cellulite, da einer der Faktoren bei der Entstehung die erhöhte Hormonproduktion ist, die mit der Menstruation einsetzt. Nach dem neuesten Stand der Forschung ist Cellulite die Folge einer Störung des Gleichgewichts zwischen Fettaufbau (Lipogenese) und Fettabbau (Lipolyse) in den Zellen und ein weitgehend weibliches Problem, das mit dem von Natur aus weichen Bindegewebe der Frau zusammenhängt, welches die Entstehung der Cellulite fördert.

Im normalen Zustand sind die Fettzellen im Gewebe nicht größer als ein Stecknadelkopf. Bei Cellulite erreichen sie jedoch leicht das Zehnfache ihrer natürlichen Größe: In den Fettzellen lagern sich großmolekulare Reststoffe des Stoffwechsels ab, die eigentlich vom Lymphsystem abtransportiert und anschließend vom Körper ausgeschieden werden müssten. Die Lymphe fließt aber nur, wenn man sich bewegt und die Muskelpumpe der Waden und Beine arbeitet. Dabei spielt auch das Bindegewebe, das Haut und Muskeln zusammen hält, eine wichtige Rolle. Es sorgt dafür, dass die Muskeln gegen die Lymphgefäße und Venen drücken, so dass verbrauchtes Blut und Lymphe in Richtung Rumpf gepumpt werden. Ist das Bindegewebe jedoch zu schwach, fehlt den Muskeln der notwendige Gegendruck. Die Gefäße werden nicht mehr ausreichend durchspült.

 

Ein ungünstiger Stoffwechsel oder genetische Einflüsse können zusätzlich die Entstehung der Cellulite begünstigen. Sport und Diäten haben sich oft nicht als ausreichende Maßnahme erwiesen, um die „Dellen“ in den Griff zu bekommen. Bewegungsmangel und Übergewicht allein sind also nicht die Ursachen – auch wenn sie einen großen Einfluss auf Cellulite und ihre Folgeerkrankungen haben. So leiden selbst Spitzensportlerinnen, die sich extrem viel bewegen und bewusst ernähren, an Orangenhaut, Krampfadern oder Besenreisern. Vielmehr ist die Ursache im schwachen Bindegewebe zu suchen – bedingt durch weibliche Hormone. Sie sind nicht nur in pharmazeutischen Produkten (z.B. Antibaby-Pille), sondern auch vermehrt in tierischen Nahrungsmitteln sowie mancherorts im Trinkwasser zu verzeichnen, was auch die inzwischen bei Männern vorkommen Cellulite erklärt.

 

Biorhythmen und Cellulite – gibt es einen Zusammenhang?

 

Der Prozess, der in den Fettzellen abläuft, unterliegt einem 24 Stunden-Rhythmus. Dabei kommt es morgens zwischen 7 – 8 Uhr zur höchsten Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin. Beide Stoffe beschleunigen den Fettabbau (Lipolyse) in den Zellen, indem sie die Spaltung von Triglyceriden in Glucose und Fettsäuren positiv beeinflussen, um diese dem Körper in Form von Energie zur Verfügung zu stellen.

Nachts wird wenig Energie benötigt und der Stoffwechsel wird heruntergefahren. Überschüssige Glucose, welche tagsüber nicht verbraucht wurde, wird teilweise in den Fettzellen deponiert. Ein weiterer Teil lagert sich im Bindegewebe, zwischen den kollagenen Fasern ab, und bildet dort starre Verbindungen. Dies führt zu einer Verhärtung und Einkapselung von adipösen Knötchen und Wasser. Die natürliche Ruhephase nutzt der Körper aber auch, um Wasser und so genannte Schlackstoffe abzubauen, und somit den Körper zu „entgiften“.

 

Stadien und Behandlung von Cellulite

 

Viel Bewegung, viel trinken, eine bewusste Ernährung sowie möglichst ein Verzicht auf Hormone sind wichtige Empfehlungen, um die Cellulite in den Griff zu bekommen. Reichen sie nicht aus, ist Unterstützung von außen gefordert. Dabei gilt eine Grundregel: Je früher Gegenmaßnahmen getroffen werden, desto leichter lassen sich Cellulite und Venenleiden zurückbilden und desto größer ist die prophylaktische Wirkung. Folglich ist es wichtig, das jeweilige Stadium der Cellulite zu erkennen: Im ersten Stadium zeigt sie sich nur beim so genannten Kneiftest, im zweiten zeigt sie sich in speziellen Situationen (beispielsweise beim Sitzen, bei angespannter Muskulatur oder in grellem Licht) und im dritten Stadium ist sie immer sichtbar. Ebenso individuell wie die Cellulite verläuft, muss auch ihre Behandlung sein.

Cellulitepflege: Wann kam das erste Produkt auf den Markt?

 

So alt das Problem ist, so jung ist die so genannte Figurpflege. Erst 1970 kam in Frankreich das erste Produkt auf den Markt. Wegbereiter für diese neue Produktkategorie war ein Apotheker namens Pierre Fabre, der eine Massagebürste mit integrierter Seife entwickelte. Zum Massageeffekt, der die Durchblutung förderte, kam die entschlackende Wirkung des in der Seife enthaltenen Efeuextrakts hinzu. Das Produkt wurde vom Start weg akzeptiert und gehört heute noch zu den beliebten Standardprodukten.

Heute wird Cellulite auf allen Ebenen behandelt:

  1. Anregung des Lymphflusses
  2. Aktivierung des Fettstoffwechsels
  3. Straffung des Bindegewebes
  4. Gefäßtraining

Dazu wird das Gewebe zum Beispiel mit Reizstrom behandelt, dessen Impulse körpereigene Enzyme aktivieren, die angelagerte Fettpölsterchen (Triglyceride) spalten. Bei der mechanischen Lymphdrainage werden Manschetten um die z Körperpartien gelegt und mit Luft gefüllt. Der Druck wirkt auf die Gefäße wie der natürliche Druck der Muskelpumpe. Eine neuartige und sehr erfolgreiche Methode ist die Unterdruckwellenbehandlung. Dadurch weiten sich Blutgefäße bis in die kleinsten Kapillaren, so dass Plasma und Sauerstoff verstärkt in sie einströmen können. Zugleich wird die Fettverbrennung sowie die Produktion von Kollagen und Elastin angekurbelt.

 

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