Krebs – Zweite Chance durch zweite Meinung

Bild von Ulrike Bohr auf Pixabay

 

Die Krebstherapie ist im digitalen Zeitalter angekommen: In Multimedia-Konferenzen schließen sich medizinische Choryphäen kurz und diskutieren schwierige Fälle. Krebspatienten erspart das die mühsame Reise von einer Klinik zur nächsten.

 

Jeden ersten Mittwoch im Monat ist es so weit: Gut ein Dutzend Tumorexperten treffen sich um 16 Uhr im Düsseldorfer Europäischen Kompetenzzentrum für Gynäkologische Chirurgie (EKGC), um über besonders knifflige Fälle der gynäkologischen Onkologie zu beraten. Dazu zählen etwa ein wiederkehrender, bereits bestrahlter Vaginaltumor, oder auch ein Borderline-Tumor beider Eierstöcke in Kombination mit dem Kinderwunsch einer Patientin.Dass Mediziner auf interdisziplinären Konferenzen ihre Expertise bündeln und erweitern, ist an sich nichts Neues: Ärzte verschiedener Fachbereiche, etwa Chirurgie, Strahlentherapie und Gynäkologie, treffen sich auf solchen Plattformen zum Meinungsaustausch. Das Besondere am Nationalen Tumorboard der Kaiserswerther Diakonie: Die Fachsitzung deutscher Experten spielt sich größtenteils im Internet ab. Im Gegensatz zu bisherigen, lokal begrenzten Konferenzen an Tumorzentren vernetzt sie damit elf Tumorexperten aus ganz Deutschland miteinander, ohne dass sie dafür extra nach Düsseldorf reisen müssten.

 

Strahlentherapie-Experte gesucht

Die renommierten Mediziner kommen zum Beispiel aus München, Berlin, Köln, Düsseldorf, Essen und Bonn. Sie alle sind Koryphäen im Bereich gynäkologischer Krebserkrankungen und beim Tumorboard zuständig für verschiedene Teilbereiche der gynäkologischen Onkologie, sogenannte Tumorentitäten. Dazu zählen zum Beispiel Tumore der Schamlippen oder der Eierstöcke. Auch ein Pathologe und ein Internist gehören zum Konferenz-Team. Das Expertengremium des Nationalen Tumorboards soll in Zukunft noch ein wenig weiterwachsen: Es fehlt noch ein erfahrener Strahlentherapeut, so Björn Lampe, Chefarzt der Frauenklinik des Florence Nightingale Krankenhauses der Kaiserswerther Diakonie. Niedergelassene Frauenärzte und Krankenhausmediziner können der Fachkonferenz ihre Patientinnen online (www.nationales-tumorboard.de) vorstellen. Unter Leitung von Björn Lampe erstellen die Sitzungsteilnehmer dann per Telefon- und Videokonferenz für jeden einzelnen Fall ein Protokoll mit detailliertem Therapieplan. Er beruht auf dem Konsens der überregionalen Fachleute, ist individuell auf die jeweilige Betroffene zugeschnitten und liefert Antworten auf dringende Fragen: Welche Behandlung ist geboten, in welcher Reihenfolge sollten therapeutische Maßnahmen ergriffen werden?   Zum weiterlesen klicken Sie hier