Inhalieren gegen den Tumor – Lungenkrebs

lungenkrebs

Eine Krebstherapie ohne Nebenwirkungen gibt es nicht. Einem Forscherteam ist es gelungen, die negativen Folgen der starken Medikamente deutlich zu verringern: Lungenkrebspatienten können die Wirkstoffe dabei einfach einatmen.

 

Üblicherweise erhalten Lungenkrebspatienten ihren Medikamentencocktail wie andere Krebspatienten auch über Infusionen. Das Problem dabei ist, dass die Wirkstoffe erst einmal zum Tumor gelangen müssen. Damit eine ausreichende Wirkstoffmenge dort ankommt, müssen die Medikamente entsprechend hoch dosiert sein. Auf ihrem Weg durch den Körper passieren sie auch andere Organe und können dort an gesunden Zellen schwere Schäden anrichten. Eine solche Nebenwirkung ist beispielsweise ein schwerer Nierenschaden.

 

Diesen Leidensweg möchten Forscher der University of Strathclyde in Glasgow Lungenkrebspatienten ersparen. Sie haben deshalb ein Verfahren entwickelt, das die Medikamente verdampft – die Patienten atmen den Medikamentennebel dann einfach ein. Weil der Wirkstoff so sehr schnell dort ankommt, wo er wirken soll, kann er sehr viel niedriger dosiert werden, ohne dass die Effekte geschmälert werden.

 

Zahl der Patientinnen mit Lungenkrebs wächst

 

„Die Behandlung wäre weit weniger belastend und wir hoffen, sie hilft Patienten, länger zu leben“, sagt Studienleiter Chris Carter vom Strathclyde Institute of Pharmacy and Biomedical Sciences.

 

Unter 100 000 Menschen erkranken in Europa jährlich 52 neu an Lungenkrebs. Männer sind wesentlich häufiger betroffen als Frauen: Sie erkranken bis zu dreimal so oft. Dieses Bild verschiebt sich in den letzten Jahren jedoch zunehmend. Während die Zahl der krebskranken Männer abnimmt, wächst die Zahl der Frauen mit Lungenkrebs kontinuierlich. Sie hat sich seit den 1980er-Jahren fast verdreifacht. Frauen rauchen nicht nur immer mehr, sie sind auch empfindlicher für die Folgen des Nikotinkonsums. Das Lingenkrebsrisiko für Raucherinnen liegt bei gleicher Anzahl an Zigaretten um 20 bis 70 Prozent über dem von Männern.

 

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