Hormonelle Umstellung und veränderte Gefühle

Auch wenn in den ersten Schwangerschaftswochen äußerlich noch nichts zu sehen ist: Der Körper arbeitet jetzt auf Hochtouren. Auf die verstärkte Hormonproduktion reagieren die meisten Frauen mit mehr oder weniger starken Stimmungsschwankungen.

 

Mit dem Augenblick der Befruchtung ändern sich die Hormonverhältnisse im Körper. Wenn sich die Eizelle in der Gebärmutter eingenistet hat, entwickelt sich allmählich auch die Plazenta. Zusätzlich zu den Eierstöcken produziert sie neben Östrogen die Schwangerschaftshormone HCG und Progesteron. Etwa ab dem vierten Schwangerschaftsmonat wird die Produktion der Schwangerschaftshormone dann ganz von der Plazenta übernommen.

 

Hormone: Wechselbad der Gefühle

Hormone als Botenstoffe des Körpers regulieren nicht nur verschiedene körperliche Vorgänge, sondern wirken sich auch auf die Gefühlswelt aus. Gerät der Hormonspiegel aus dem Gleichgewicht, kann die Stimmungslage rasch wechseln.

In der Anfangszeit funktioniert die Feinabstimmung zwischen Plazenta und Eierstöcken nicht immer optimal: Das hormonelle Auf und Ab kann plötzliche Stimmungsumschwünge bewirken. Freude und Gereiztheit, Hochgefühle und Traurigkeit – die Gefühlsspanne kann sehr weit reichen. Meist stabilisiert sich die hormonelle Situation im zweiten Schwangerschaftsdrittel, und die Stimmung wird wieder ausgeglichener.

Die Flut der Hormone in der Schwangerschaft kann auch den Blick auf viele Dinge verändern. Vieles fühlt sich plötzlich anders an und sieht anders aus, Alltägliches bekommt eine andere Bedeutung. Wohnung, Umwelt, Partnerschaft, Freundeskreis, Autoverkehr, Politik: Oft wird alles automatisch dem Test „Kindertauglich oder nicht?“ unterzogen.

Veränderte Lebenssituation

Aber nicht nur die Hormone können die Gefühlswelt verändern. Schwanger zu sein bedeutet, Mutter zu werden, eine neue Rolle und Aufgabe zu bekommen und für lange Zeit für das Leben eines kleinen, abhängigen Menschen verantwortlich zu sein. Mit der Gewissheit, schwanger zu sein, tauchen viele Fragen auf, und in die Freude mischen sich mitunter auch Bedenken: Werden Schwangerschaft und Geburt gut verlaufen? Wird das Kind gesund sein? Wie reagieren der Partner und die Familie? Wird das Geld reichen? Wie werden sich Kind, Partnerschaft und Beruf unter einen Hut bringen lassen?

Bei nicht wenigen Paaren kündigt sich der Nachwuchs ungeplant und überraschend an. Dann müssen die aktuelle Lebensgestaltung und die Zukunftsplanung oft ganz neu überdacht werden. Dies erfordert Geduld und Kompromissbereitschaft, denn Frau und Mann brauchen manchmal unterschiedlich lange, um sich mit der neuen Situation auseinanderzusetzen und anstehende Entscheidungen treffen zu können. Gegensätzliche Gedanken und Gefühle auszutauschen, kann aber helfen, die ganze Bandbreite der möglichen Veränderungen für beide Partner besser zu erfassen.

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