Hay’sche Trennkost

 

Begründer der Trennkost ist Howard Hay, ein amerikanischer Chirurg im 19. Jahrhundert. 1907 ging Hay mit seiner Erfindung an die Öffentlichkeit. Im Selbstversuch habe er seine schwere Nierenerkrankung innerhalb von drei Monaten mit Hilfe einer Diät bekämpft. Hay postulierte, dass die Ursache aller Zivilisationskrankheiten in einer Übersäuerung des Körpers liege, die durch Mischung von Eiweiß und Kohlenhydraten in der Ernährung hervorgerufen werde. Er veröffentlichte mehrere Bücher zu dem Thema und gründete ein eigenes Sanatorium. Im ursprünglichen Sinne handelt es bei der Trennkost also um eine Ernährung, die Krankheiten bekämpfen soll. Die Gewichtsabnahme war mehr ein Nebeneffekt.

 

 

 

Keine wissenschaftliche Basis

Das Prinzip der Trennkost beruht auf der Annahme, dass Kohlenhydrate und Eiweiß nicht gemeinsam verdaut werden können. Bis auf Hülsenfrüchte darf alles gegessen werden, weder Mengen noch Kalorien werden gezählt. Die der Trennkost zugrunde liegenden Theorien sind medizinisch aber mittlerweile widerlegt. Das Urteil der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung): Diese Vorstellungen entbehren jeder wissenschaftlichen Basis. Das Enzymsystem unseres Magen-Darm-Traktes sei so angelegt, dass Eiweiß und Kohlenhydrate problemlos gleichzeitig verdaut werden können. Es findet keine verzögerte Verdauung oder sogar Gärung im Darm statt. Außerdem enthalten fast alle Lebensmittel z. B. Milch, Getreide und Hülsenfrüchte sowohl Eiweiß als auch Kohlenhydrate, so Prof. Heinrich Kasper, Ernährungsmediziner. Haysche Trennkost solle nicht über längere Zeit durchgeführt werden.

 

 

Von KFZ bis Low Carb und Low-Fat

Ungeachtet der wissenschaftlichen Erkenntnisse erfreut sich die Trennkost einer Popularität, die sich auch in einer Vielzahl gleichnamiger Bücher und Rezepte im Internet erfreut. Eine moderne Abwandlung der Trennkost ist die sogenannte KFZ-Diät. Hier wird nicht Eiweiß, sondern Fett von Kohlenhydraten getrennt. Ähnlich argumentieren auch Befürworter der Low-Carb- und Low-Fat-Diät. All diesen Ernährungsformen ist gemeinsam, dass sie Einseitigkeit propagieren und daher nicht empfehlenswert sind.

 

 

Was kommt auf den Teller?

  • 80 Prozent der Nahrung sollen aus Obst und Gemüse bestehen.
  • Eiweiß- und kohlenhydrathaltige Lebensmittel sind getrennt zu verzehren.
  • Neutrale Lebensmittel wie Fette und Gemüse können zu allen Mahlzeiten gegessen werden.

Vorteile

  • Hoher Anteil an Obst und Gemüse, gleichzeitig wenig Fleisch, fette Wurst, Zucker und Süßigkeiten.

Nachteile

  • Die Gesundheitsversprechen sind nicht haltbar.
  • Strikte Trennung von Eiweiß und Kohlenhydraten in Mahlzeiten ist schwierig und nicht notwendig.

Bewertung

  • Langzeiterfolge sind fragwürdig.
  • Feste Essvorschriften für Lebensmittelkombinationen lassen sich nur schwer auf die Dauer einhalten.