Gesundheitsinformationen aus dem Internet

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Fluch oder Segen
– Gesundheitsinformationen aus dem Internet


Wer sich im Internet über eine Krankheit informieren will oder Fragen zu Diagnosen und Therapien hat, hat die Qual der Wahl. Denn laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung gibt es allein mehr als eine halbe Millionen deutschsprachiger Webseiten mit medizinischem Inhalt.

Das Problem: Nicht alle sind seriös und bieten für den Laien gute und verständliche Informationen. Dr. Utta Petzold, Medizinerin bei der Barmer GEK, erklärt, woran man gute und vertrauenswürdige Gesundheitsseiten erkennen kann.

Immer mehr Menschen suchen medizinischen Rat im Internet. Das hängt laut Petzold vor allem mit der Entwicklung zusammen, dass immer mehr Patientinnen und Patienten verstehen möchten, zu welchen diagnostischen oder therapeutischen Maßnahmen sie ihre Zustimmung geben. „Auch möchten viele Patientinnen und Patienten mehr über Leistungen wissen, die sie aus eigener Tasche zahlen sollen, den sogenannten Individuellen Gesundheitsleistungen. In manchen Fällen ist es ihnen auch wichtig, ihre persönliche Gesundheitskompetenz zu stärken, beispielsweise wenn noch weitere Behandlungs- und Untersuchungsalternativen gesucht werden“, so Petzold weiter.





Die Spreu vom Weizen trennen

Das Internet bietet die Möglichkeit, sich besser auf Arztbesuche vorzubereiten und auch bei möglichen Therapien mitreden zu können, vorausgesetzt, es handelt sich um seriöse Seiten. Doch genau das ist das Problem. Für medizinische Laien ist es schwer, gute von schlechten Informationen zu unterscheiden. Und auch Petzold räumt ein: „Es gibt kein Patentrezept, denn im Netz können auch medizinische Informationen schnell und ungeprüft veröffentlicht werden.“ Dennoch gibt es ein paar Kriterien, an denen sich jeder orientieren kann. So sollte erkennbar sein, wer die Information geschrieben hat und welche Qualifikation er oder sie mitbringt. Zudem sollte ein Erstellungs- bzw. Aktualisierungsdatum ausgewiesen sein. Außerdem ist es wichtig, Kontakt zu dem Verantwortlichen der Seite aufnehmen zu können. Dabei sollte der Anbieter offenlegen, wie er mit den Daten der Nutzer umgeht. „Vorsicht ist immer dann geboten, wenn Heilsversprechen gegeben werden oder wenn behauptet wird, die Informationen könnten einen Arztbesuch ersetzen“, warnt Petzold. Wichtig ist auch, dass die medizinische Informationen ganz klar von Werbung getrennt werden. Im besten Fall sind alle Informationen kostenfrei und ohne Anmeldung zugänglich.


Eindeutige Kriterien

Für all diejenigen, die sich einfachere Qualitätskriterien wünschen, hat die Expertin noch einen weiteren Tipp: „Als Hilfestellung eignen sich auch Siegel wie das der Stiftung ‚Health on Net Foundation‘ (HON), des ‚aktionsforum gesundheitsinformationssystem‘ (afgis) oder Medisuch, einer Suchmaschine für Medizin und Gesundheit. Denn diese Siegel garantieren geprüfte Gesundheitsinformationen.“


Gutes Beispiel

Die Barmer GEK selbst bietet auf ihren Internetseiten auch umfangreiche hochwertige und neutrale Gesundheitsinformationen an. Und die tragen im wahrsten Sinne des Wortes Brief und Siegel. „Unsere medizinischen Informationen und Hinweise sind nach den strengen Qualitätskriterien von afgis zusammengestellt. Weitere Zertifizierungsverfahren laufen. Damit bieten wir unseren Nutzern transparente Informationen zu wichtigen und aktuellen Gesundheitsthemen. Davon kann sich jeder unter www.barmer-gek.de/gesundheit überzeugen“, so Petzold.

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