Anlässlich ihres 109. Kongress stellte die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft diese Woche in Berlin eine neue Therapiemethode zur Behandlung des Grünen Stars vor.

Diese Krankheit, in der Fachsprache „Glaukom“ genannt, ist die zweithäufigste Erblindungsursache in Deutschland, die über 800.000 Menschen betrifft. Aber seit nun zwei Jahren kann diesen Menschen in der Universitäts-Augenklinik Freiburg bei rechtzeitiger Diagnose langfristig geholfen werden. In dieser Zeit wurden sehr gute Ergebnisse erzielt und so soll die Therapiemethode nun auch in vielen
anderen Augenkliniken angewandt werden.

 

Was ist der „Grüne Star“ genau?

Im Gegensatz zum Grauen Star, einer merklich fortschreitenden Trübung der Linse, ist ein Glaukom deutlich tückischer. Denn während man den Grauen schnell entdecken und einfach operieren kann, kommt der Grüne schleichend und unbemerkt. Die Hauptursache für diese Krankheit ist ein zu hoher Augeninnendruck. Der entsteht aus einem Missverhältnis von der Produktion und dem Abfluss des Kammerwassers. Diese Flüssigkeit wird im Ziliarkörper, sozusagen der Aufhängevorrichtung der Linse, gebildet und in die hintere Augenkammer abgegeben. Dann gelangt es durch die Pupille in die vordere Kammer und fließt durch das Trabekel, ein netzartiges Gewebe in denn Schlemmkanal ab. Wenn sich dieses Trabekel-Maschenwerk nun verdickt und verhärtet, bildlich gesprochen der Abfluss verstopft, steigt der Augeninnendruck. Wenn nicht frühzeitig etwas gegen den Druck unternommen wird, sterben die Nervenzellen der Netzhaut ab.

 

Die herkömmliche Methode:

Wird die Diagnose Glaukom gestellt, wird erst versucht, dem Augeninnendruck mit Tropfen entgegen zu wirken. Allerdings kann diese Behandlung die Verschlechterung der Sicht nur aufhalten. Auch sind Augentropfen für viele der meist älteren Patienten nicht besonders einfach zu nehmen und in manchen Fällen wirken sie langfristig allergisierend. Also wird irgendwann eine Trabekulektomie vorgenommen. Bei dieser Operation wird die Bindehaut großflächig aufgeschnitten und ein künstlicher Ausfluss für das Kammerwasser geschaffen. Diese Methode ist sehr effektiv, aber mit einigen Risiken verbunden. So kann es durch den großen Schnitt zu Blutungen kommen oder aber der Augeninnendruck wird zu niedrig. Außerdem ist meist eine intensive Nachbehandlung vonnöten.

 

Aber jetzt kommt das Trabektom zum Einsatz!

Das Gerät, das vor ein paar Jahren in den USA entwickelt wurde, ist ein so kleines Instrument, dass es das Trabekel-Maschenwerk mit einem nur 1,6 mm breiten Schnitt entfernen kann. Nach dieser nur zehnminütigen Operation kann das Kammerwasser wieder ungehindert durch seinen natürlichen Kanal abfließen. Der Augeninnendruck sinkt um ungefähr 30 – 40%, was dann in etwa dem Normwert entspricht. Da das Verfahren wie beschrieben nur minimal-invasiv ist, ist auch das Risiko der Blutungen sehr gering und es reicht eine örtliche Betäubung für den Eingriff. Nach der Behandlung ist die Menge der einzunehmenden Augentropfen deutlich geringer.

Wenn diese Operation also rechtzeitig vorgenommen wird, kann man dem Absterben der Sehnervenzellen und damit der Erblindung gut vorbeugen. Information und Austausch ist dabei ein ganz wichtiger Punkt. In unserer Community können Sie sich Antworten auf ihre Fragen holen und von den Erfahrungen und Tipps anderer Betroffener profitieren.
Am besten ist jedoch, Sie machen einen Glaukomcheck, bei dem der Augeninnendruck gemessen wird! Augenärzte raten, ab dem 40. Lebensjahr alle zwei Jahre einen solchen Check durchzuführen denn: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt!

 

(Quelle: imedo.de)