Demenz kann jeden treffen

Eine Demenz ist ein Defizit in kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten, das zu einer Beeinträchtigung sozialer und beruflicher Funktionen führt und meist mit einer diagnostizierbaren Erkrankung des Gehirns einhergeht.

Vor allem ist das Kurzzeitgedächtnis, ferner das Denkvermögen, die Sprache und die Motorik, bei einigen Formen auch die Persönlichkeitsstruktur betroffen. Maßgeblich ist der Verlust bereits erworbener Denkfähigkeiten im Unterschied zur angeborenen Minderbegabung. Heute sind verschiedene Ursachen von Demenzen geklärt; einige Formen können in gewissem Umfang behandelt werden, d. h. die Symptome können im Anfangsstadium einer Demenz verzögert werden. Die am häufigsten auftretende Form der Demenz ist die Alzheimer-Krankheit. Eine Demenz kann auf ganz verschiedenen Ursachen beruhen; für die Therapie ist die Klärung dieser Unterscheidungsmerkmale wichtig.

 

Entwicklung in Deutschland

In der Bundesrepublik Deutschland ist nach neusten Zahlen mit einem Anstieg der Demenz von heute 1,3 Millionen Betroffenen auf voraussichtlich 2,6 Millionen in 2050 zu rechnen.

Unter den Personen, die im Jahr 2009 Mitglied der BARMER GEK Krankenkasse waren und mit über 60 Jahren verstarben, waren 47 Prozent der Frauen und 29 Prozent der Männer demenzkrank und neunzig Prozent dieser Demenzkranken waren vormals pflegebedürftig. Im Jahre 2001 waren es 40 und 60 Prozent.

 

Alzheimer

Als häufigste Ursachevon Demenz wird heute die Alzheimer-Krankheit angesehen. Sie wurde 1906 von dem deutschen Neuropsychiater und Neuropathologen Alois Alzheimer beschrieben und später nach ihm benannt. Bei der Alzheimer-Krankheit verlieren die Nervenzellen im Gehirn ihre enge Verknüpfung miteinander. Im Verlauf der Erkrankung kommt es schließlich zu einem Verlust der Nervenzellen und dadurch zu einer fortschreitenden Beeinträchtigung der Hirn- und Gedächtnisleistung.

 

Gestörte Durchblutung

Auch Durchblutungsstörungen führen zu Veränderungen der Hirnsubstanz und -funktion. Bei dieser sogenannten vaskulären Demenz verschlechtern sich einzelne Gehirnleistungen oft schlagartig, und es treten Zeichen eines Schlaganfalls auf, beispielsweise Sprachstörungen. In manchen Fällen verschlechtert sich die Hirnleistung auch langsam.

Andere Ursachen

Ähnlich wie bei der Alzheimer-Krankheit gibt es weitere typische Abbauprozesse im Gehirn, die mit dem Bild einer Demenz einhergehen. Ein Beispiel dafür ist die sogenannte „Demenz mit Lewykörperchen“. Sie gilt inzwischen nach der vaskulären Demenz als die dritthäufigste Demenzform.

Stoffwechselstörungen (zum Beispiel Vitamin-B12-Mangel oder Schilddrüsenerkrankungen), chronische Vergiftungen (Alkoholismus), raumfordernde Prozesse im Gehirn (Gehirntumore) sowie Infektionen des Gehirns (zum Beispiel Aids oder Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung) können ebenfalls zu einer Demenz führen. Lässt sich eine solche Ursache finden, ist die Demenz häufig behandelbar.

In vielen Fällen sind mehrere Ursachen gemeinsam an der Entstehung einer Demenz beteiligt. So führen Volkskrankheiten wie erhöhter Blutdruck (Hypertonie) oder Diabetes mellitus zu einer Verschlechterung einer bestehenden Demenz beziehungsweise rufen diese durch Hirngefäßschädigungen mit hervor.

(Quelle)