Babypflege

 

Welche Bedeutung der Hautkontakt, das Spüren und Stimulieren über die Haut hat, ist vielen Menschen, insbesondere jungen Eltern, intuitiv bekannt. Schon im Mutterleib entwickeln Ungeborene einen differenzierten „Tastsinn“ über die Haut. Wissenschaftler bezeichnen diesen Tastsinn als die „Mutter aller Sinne“, weil er für die weitere Entwicklung des Kindes prägende Auswirkungen haut. Sowohl für die emotionale als auch für die geistige Reifung des Kindes ist der liebevolle Hautkontakt wichtig.

 

Babypflege – was junge Eltern wissen sollten

 

Die Haut ist unser größtes Organ. Sie hat für uns viele wesentliche Funktionen, beispielsweise Schutz vor Umwelteinflüssen, Ausscheidung (Schweiß), Regulation der Körpertemperatur, Atmung und Sinneswahrnehmung. Letzteres ist besonders wichtig, denn die Haut verbindet Innen- und Außenwelt. Intensiver Hautkontakt vermittelt dem Neugeborenen Geborgenheit und Sicherheit und wirkt sich positiv auf die Entwicklung aus. Über die Haut macht das Neugeborene die ersten sinnlichen Erfahrungen mit der Umwelt. Berührungen werden positiv (Streicheln) oder negativ (Schmerz) wahrgenommen, ebenso wie Kälte oder Wärme. Da sich die vollständigen Schutzfunktionen der Haut erst in den ersten Lebensmonaten entwickeln, ist die richtige Pflege besonders entscheidend. Hautreizungen oder gar Hauterkrankungen werden mitunter deutlich schmerzhafter wahrgenommen, als dies bei Erwachsenen der Fall ist.

 

Käseschmiere – körpereigener Hautschutz vor und nach der Geburt

Direkt nach der Geburt verfügt das Neugeborene über einen natürlichen Hautschutz, die so genannte Käseschmiere (Vernix caseosa). Das weiße Talgdrüsensekret wird ungefähr in der 17. Schwangerschaftswoche gebildet und schützt die Haut des Fetus vor dem Austrocknen im Fruchtwasser. Bei der Geburt dient es als natürliches Gleitmittel, nach der Geburt als Kälteschutz. Die in der Käseschmiere enthaltenen antibakteriellen Substanzen schützen das Baby vor Infektionen während oder unmittelbar nach der Geburt. Schließlich wird durch die erste sanfte Reinigung die Käseschmiere entfernt, und ab diesem Zeitpunkt muss eine angemessene Pflege der Babyhaut durch die Eltern erfolgen.

 

Aufbau der Babyhaut

 

Die Haut eines Neugeborenen ist dünner als die eines Erwachsenen. Besonders dünn ist die Hornschicht. Die Hornschichtzellen sind außerdem wasserhaltiger als im Erwachsenenalter und nicht so dicht gepackt. Es können z. B. Krankheitserreger leichter durch die Haut eindringen. Das liegt einerseits an der dünneren Hautschicht, andererseits auch daran, dass die Talg- und Schweißdrüsen noch nicht vollständig entwickelt sind, der schützende Fettfilm fehlt und der natürliche Säureschutzmantel noch nicht stabil genug reagiert. Das noch nicht vollständig entwickelte Unterhautfettgewebe ist ein wesentlicher Faktor dafür, dass Babys schnell auskühlen können.

 

Mit jedem Wasser- oder Seifenkontakt lässt der bereits bestehende, aber noch unterentwickelte natürliche Hautschutz nach und es dauert längere Zeit, bis sich Babys Haut davon erholt hat.

 

Babyhaut nimmt zwar schneller Feuchtigkeit auf als die Erwachsenenhaut, durch den noch nicht ausgereiften Lipidfilm wird diese aber auch sehr schnell wieder nach außen abgegeben. Hinzu kommt, dass der Anteil natürlicher Feuchtigkeitsbinder deutlich geringer ist als bei Erwachsenen. Durch einen schnellen Feuchtigkeitsverlust beziehungsweise durch trockene Hautzustände neigt die Haut von Säuglingen zu Irritationen und Entzündungen. Insgesamt leiden etwa zwei Drittel aller Babys unter trockener Haut (Xerose).

 

Spezielle Waschpflege für Babys wirkt dem entgegen und verhindert ein zu starkes Austrocknen der Haut. Wichtig ist, dass Eltern die Haut des Säuglings sorgfältig beobachten und eventuell auftretende Rötungen gleich zu Beginn erkennen und behandeln. Die Kontrolle der Hautfalten im Windelbereich, unter den Achseln und am Hals sollte regelmäßig stattfinden. Diese besonders empfindlichen Stellen sollten am besten täglich gereinigt und gründlich aber sanft getrocknet werden. Das beugt Entzündungen vor. Für das Waschen und das Eincremen gilt allgemein: nur so viel und so oft wie nötig!

Im Alter von 4 Monaten fällt die Tätigkeit der Schweißdrüsen drastisch ab und wird erst in der Pubertät wieder vollständig aufgenommen. Säuglinge können deshalb ihre Körpertemperatur, besonders bei Hitze, nicht wie Erwachsene regulieren.

 

Ein weiterer wichtiger Unterschied zur Erwachsenenhaut ist: Die Babyhaut reagiert extrem empfindlich auf UV-Strahlen, da noch sehr wenig Melanin bzw. braune Farbpigmente gebildet werden. Die fehlende Pigmentierung ist auch ein Grund dafür, warum Babys niemals der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden sollen.

 

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