33. bis 40. Woche: Vor der Geburt

Der Geburtstermin rückt näher, das Kind dreht sich in die Geburtsposition. Der Bauchumfang macht immer mehr zu schaffen. Viele Frauen warten ungeduldig auf die ersten Wehen.

 

Ab der 33. Schwangerschaftswoche werden die Vorsorgeuntersuchungen vierzehntägig durchgeführt. Dabei werden vor allem die Größe und Lage des Kindes überprüft, um zu schauen, ob es sich zeitgerecht und gut entwickelt. Der Zustand des Muttermundes kann bei jeder Untersuchung kontrolliert werden. Zudem wird die Schwangere besonders sorgfältig auf Anzeichen einer Präeklampsie untersucht.

Ab dem neunten Schwangerschaftsmonat nimmt eine werdende Mutter pro Woche etwa ein Pfund zu. Der Bauchumfang wächst deutlich. Mit dem schwerer werdenden Kind senkt sich die Gebärmutter tiefer ins Becken. Dadurch wird das Zwerchfell entlastet, sodass die Frau wieder leichter atmen kann. Auch der Magen hat dann wieder mehr Platz. Dafür drückt die Gebärmutter jetzt noch mehr auf die Blase und sorgt für häufigeren Harndrang.

 

Kopfüber ins Finale

 

Gewöhnlich dreht sich das Kind etwa vier Wochen vor der Geburt mit dem Kopf nach unten in die richtige Geburtsposition. Mit dieser Wendung sinkt es tiefer ins Becken. Die unregelmäßig auftretenden Senkwehen, die damit einhergehen, werden meist als Hartwerden des Bauches und als Ziehen im Kreuz wahrgenommen.

Das Ungeborene hat im Becken nun weniger Bewegungsfreiheit. Es kann keine Purzelbäume mehr schlagen, dafür macht es sich jetzt deutlicher durch Tritte und Stöße bemerkbar. Gelegentlich stößt es auch mit dem Kopf gegen den Beckenboden. Die Schwangere nimmt dann in der Scheide ein Zucken oder Vibrieren wahr.

Falls sich das Kind noch nicht in die Kopflage gedreht hat, kann es das bis kurz vor der Geburt nachholen. Etwa vier Prozent der Kinder tun dies nicht, sie bleiben in der Steißlage. Auch dann gibt es Möglichkeiten, das Kind noch zu einer Drehung zu bewegen. Wenn das Kind gesund und im Verhältnis zum mütterlichen Becken nicht zu groß ist, ist auch bei einer Steißlage eine vaginale Entbindung möglich. Die Hebamme, die Ärztin oder der Arzt müssen aber über genug Erfahrung mit Entbindungen aus der Steißlage verfügen und die Geburtsklinik sollte speziell dafür qualifiziert sein.

 

Unbequeme Zeiten für Schwangere

 

Der Bauchumfang und das Gewicht des Kindes machen jetzt immer mehr zu schaffen. Neben der Blase geraten auch die Blutgefäße der Beine unter Druck. Die Bänder werden zunehmend gedehnt und geben nach, Rückenschmerzen sind die Folge. Auch das Sitzen kann jetzt unangenehm werden, da der Kopf des Kindes nach dem Eintritt ins Becken nach unten drückt und häufig Hämorriden verursacht.

Die Beine können schmerzen, wenn sich Wassereinlagerungen und Krampfadern bilden. Um die Venen zu entlasten, ist es sinnvoll, die Beine so oft wie möglich hochzulegen. Erleichterung verschaffen außerdem warm-kühle Wechselduschen, leichte Bürstenmassagen und regelmäßige kurze Spaziergänge. Bei starken Beschwerden können Stützstrümpfe helfen.

Weil es schwerfällt, nachts eine geeignete Liegeposition zu finden, bekommen viele Frauen nicht mehr genug Schlaf. Wichtig ist, sich jetzt auch tagsüber ausreichend Ruhe zu gönnen, zusätzliche körperliche Belastungen möglichst zu vermeiden und immer wieder mal die Beine hochzulegen.

Bei vielen Schwangeren schwindet jetzt die Lust auf Sex, weil sie sich unbeweglich fühlen und es schwierig wird, beim Geschlechtsverkehr eine bequeme Stellung zu finden. Eine liebevolle Massage durch den Partner kann dann eine wohltuende Alternative sein.

Angesichts der vielfältigen Unannehmlichkeiten in den letzten Schwangerschaftswochen ist es nicht verwunderlich, dass die meisten Schwangeren die Geburt ungeduldig herbeisehnen. Die Stimmung wechselt nicht selten zwischen innerer Unruhe, Ängsten und freudiger Zuversicht, besonders kurz vor Einsetzen der Wehen. Trotz aller Beeinträchtigungen überwiegt aber bei den meisten Frauen die Freude auf das Kind.

 

Letzte Vorbereitungen

 

Die verbleibende Zeit bis zur Geburt kann genutzt werden, um die letzten Vorbereitungen für die Geburt und das Wochenbett zu treffen: Berufstätige Frauen haben im Betrieb vielleicht noch einiges zu regeln, ehe der Mutterschutz beginnt. Das Mutterschaftsgeld kann schon vor Beginn der Mutterschutzfrist beantragt werden.

Möchte die Schwangere in der Klinik oder in einem Geburtshaus entbinden, ist es sinnvoll, sich dort rechtzeitig anzumelden. Sinnvoll ist auch, den Klinikkoffer schon einige Tage vor dem errechneten Geburtstermin zu packen und die Erstausstattung für das Baby vollständig zusammenzustellen.

 

Die ersten Wehen

Häufig sind Schwangere in den letzten Tagen vor der Geburt verunsichert, wenn sie Gebärmutterkontraktionen spüren: Sind es noch Übungswehen oder kündigt sich die Geburt schon an?

Übungswehen treten in unregelmäßigen Abständen auf, sind kurz und meist verhältnismäßig schmerzlos. Ein warmes Bad kann fast immer Klarheit bringen: Geburtswehen verstärken sich im warmen Wasser, Übungswehen lassen nach kurzer Zeit nach.

Die Wehen, die die Geburt einleiten, dauern in der Anfangsphase etwa 30 bis 60 Sekunden an und treten in Intervallen von fünf bis 20 Minuten auf. Im Verlauf der Eröffnungsphase der Geburt werden die Wehen länger und die Pausen dazwischen kürzer. Die Wehen sind dann schmerzhaft und mit einem Ziehen in Rücken, Kreuzbein und Unterleib verbunden. Es kann aber immer noch bis zu vierzehn Stunden dauern, bis die Geburt beginnt.

Ein weiteres Anzeichen für den baldigen Geburtsbeginn ist der Abgang des Schleimpfropfs, der die Gebärmutter während der Schwangerschaft verschließt. Man nennt diesen Vorgang auch „Zeichnen“. Wenn die Fruchtblase platzt und Fruchtwasser abgeht, ist es Zeit, die Hebamme zu informieren oder die Klinik zu verständigen. Wenn das Kinderköpfchen noch nicht fest im Becken sitzt, ist es ratsam, sich sicherheitshalber liegend ins Krankenhaus fahren zu lassen, damit die Nabelschnur nicht neben das Köpfchen des Kindes rutscht (Nabelschnurvorfall).

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